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Soll Lebenslanges bzw. Lebensbegleitendes Lernen für alle zum Grundprinzip einer neuen Gesellschaftsform werden - einer Lernenden Gesellschaft, in der jede und jeder wieder verstärkt Selbstverantwortung für die eigene Lebens- und Berufsbiographie übernimmt - bedarf es eines Umdenkens hinsichtlich gesellschaftlicher Rollen und Kulturen.
So muß, wie es Erhard Schulz (1999, S. 27) ausdrückt, „über Lernkulturen neu nachgedacht werden, weil die technisch-ökonomische Entwicklung den Lernpotenzialen und der Anpassungsfähigkeit der meisten Menschen davonzueilen scheint“.
Die Rolle der Lehrenden und Lernenden verändert sich drastisch. Bildungsinstitutionen müssen sich hinsichtlich der in ihnen gelebten Lernkulturen grundlegend wandeln, damit die Lernenden bereits in ihren Lernprozessen die Eigeninitiative und Selbsttätigkeit üben dürfen, die man später an den Arbeitsplätzen von ihnen erwartet (Horst Siebert, 2001, S. 84).
Überhaupt wird Lernen und kontinuierliche Kompetenzentwicklung formell wie informell zum durchgängigen Lebensprinzip in einer Lernenden Gesellschaft. Wie es Niklas Luhmann bereits für die Fehlinterpretation bzw. die verkürzte Auslegung des Sozialdarwinismus proklamierte, sollte diese Herausforderung nicht nur auf die einzelnen Menschen oder Gruppen von Individuen angewendet werden. Vielmehr gilt es die Zukunftsaufgabe als paradigmatischen Wandel in der globalen Gesellschaft als durchgängiges Prinzip zu verankern.
Jede und jeder lernt von und mit jedem. Fokus ist der individuelle bzw. gemeinsame Lernanlass. Für seine lösungsgenerierende Bearbeitung bedarf es allerorts und für alle zugänglicher Lernwelten, die als Möglichkeitsräume (Knoll) Lernsettings-, -medien und -arragements verfügbar machen, die die eigene Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand zum kompetenz-, optionen- und beziehungserweiternden Ereignis machen.
Eine veränderte Lernkultur ist somit von Optionalität gekennzeichnet, die dem Navigieren im Choas der Lernwelten und –anlässe vielfältige Beratungs- und Orientierungsstruktur zur Verfügung stellt. Sie wird zum Gegenstand und Anlass von Arbeitsprozessen und dem Lernen im sozialen Umfeld.
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